Wie früher, nur später


Das in der Feuerschale brennende Holz knistert, einer spielt Gitarre, gemeinsam werden die Klassiker gesungen: „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“ oder „Wir lagen vor Madagaskar…“. Weit über 100 Personen sind am 14. September nach Bad Homburg ins Gartenfeld gekommen, um das „Kizel-Jubiläum“ gemeinsam zu feiern. Mit dabei, einer der beiden Gruppenleiter (GL) vom Gründungsjahr 1974: Erich Lenk spielt heute Gitarre zusammen mit Tim (heutiger GL) und Chris (GL in den 90er Jahren): drei Generationen von Gruppenleitern.
Alle bringen ein, was sie haben

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Begonnen hat das Treffen um 15 Uhr mit einem Gottesdienst, so wie wir ihn im Kizel feiern: alle sind beteiligt. Das Evangelium von der „wunderbaren Brotvermehrung“ wird ergänzt durch die Übertragung von L. Zenettis „Die wunderbare Zeitvermehrung“. So ist es seit 50 Jahren: jede und jeder bringt ein, was er oder sie hat: an Zeit, an Fähigkeiten. „Und siehe da: Es reichte nun das Wenige für alle. Am Ende füllten sie sogar zehn Tage mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.“ Statt einer langen Predigt forderte Werner Görg-Reifenberg die Anwesenden auf, sich in Murmelgruppen zusammenzusetzen und „unvergessene Momente“ der eigenen Zeltlagererfahrung auszutauschen. Es hätte ewig dauern können, doch nach 10 Minuten kam die Aufforderung, diese Momente in Stichworten an der Stellwand festzuhalten. „Da berühren sich Himmel und Erde“ – das gemeinsame Lied brachte es auf den Punkt. Und genauso war es stimmig in der Hl. Kommunion die Gegenwart Gottes auch im Sakrament des Brotes zu empfangen. In das Gebet hineingenommen wurden vorher ehemalige Teilnehmende und Unterstützer des Kizel, die leider schon verstorben sind: für jede/n wurde mit Nennung des Namens ein weißer Faden in das Netz eingewoben, das an einem Kreuz vor allen sichtbar war: gemeinsam mit den Fäden, die zu Beginn die Anwesenden für sich daran befestigt hatte.
Austausch am Lagerfeuer

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Danach gab es Essen und Trinken, viele hatten etwas zum Buffet mitgebracht. In Grüppchen tauschten die Anwesenden die gemeinsamen Erfahrungen im Kizel aus. Die heute aktiven Jugendlichen waren zum Teil überrascht: „Das Spiel habt ihr damals auch schon gemacht?“ Und die Älteren sagten mit Blick auf die heutigen GL: „Toll, dass es das Kizel immer noch gibt und toll, dass ihr so viele seid!“
Das brennende Holz in der Feuerschale knistert, einer spielt Gitarre, die anderen singen. „Es hätte zwei bis drei Tage dauern können, so viel gab es zu erzählen“, so sagten einige beim Abschied. Und für die heutigen Gruppenleiter/innen ist klar: in den ersten 10 Tagen der Sommerferien geht es wieder los: „wie früher, nur später“.