Donnerstag, 19.09.2024
Beginn: 19.00 Uhr
Stadtmuseum Hofheim, Burgstr. 11
Veranstalter: Magistrat der Kreisstadt Hofheim am Taunus – Stadtmuseum in Kooperation der Katholischen Region Taunus im Rahmen der Interkulturellen Woche 2024
Eintritt frei
Referentin: Karin Zennig, medico international
Fluchtursache Klimawandel
Die Klimakatastrophe, die weltweit insbesondere die Menschen im globalen Süden trifft, ist eine ständig bedeutsamer werdende Ursache für Flucht und Vertreibung. Zum Klimawandel haben die Menschen in der südlichen Hemisphäre am wenigsten beigetragen, seine schädlichen Folgen aber müssen vor allem sie erleiden. Hier stellt sich also auch die Frage der Klimagerechtigkeit.
Die Referentin Karin Zennig berichtet über die Zunahme von den durch Klimakrisen induzierten Extremwetter und Katastrophen, die langfristig zu einer Re-Strukturierung der Welt in zukünftig bewohnbare und unbewohnbare Regionen führen. Beispiele sind Hitzewellen, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Dürren. Die Klimakrise verstärkt globale soziale Ungleichheit und bringt gleichzeitig neue Problemfelder wie Verteilungs-, Zugriffs- und Abschottungskonflikte hervor. Dieser Prozess hat bereits begonnen. Zennig, die bei medico international in der Öffentlichkeitsabteilung für die Region Südasien und das Thema Klimagerechtigkeit zuständig ist, erläutert, was die Permanenz oder auch Normalisierung der Katastrophen für uns bedeutet. Sie öffnet eine politische und gesellschaftliche Sicht auf die Problematik für die betroffenen Subjekte. Stichworte sind hier Migration, gesellschaftliche Konfliktaustragung, Verdrängungsgesellschaft und Lokalismus.
Auch rückt die Frage der Schäden immer mehr in den Fokus der Klima-Debatte. Es geht um globale Versicherungslücken, die Eskalation der Schadenssummen und die Sozialisierungsbedeutung der Schäden. Außerdem rückt die Frage der Klimafinanzierung durch Regierungen und Unternehmen in den Fokus. medico international und das Netzwerk aus Partnerorganisationen plädieren für eine aktive Gestaltung der Verhältnisse und eine gesamtgesellschaftliche Übernahme der Verantwortung, statt diese individualisiert zu verteilen.
Die Klimakrise ist auch eine Frage der Menschenrechte und damit auch die aktive Verteidigung ihrer Gültigkeit für alle.
Der Vertrag wird musikalisch begleitet durch die Hochheimer Musiker Rem Cem Acat und Volker Zimmerman mit Gitarre und Gesang.
Die Veranstaltung wird unterstützt vom „Runden Tisch“. Unter dem Motto „Viele Kulturen – eine Zukunft“ kommen hier Menschen aus dem Main-Taunus-Kreis zusammen, die sich für ein gutes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft einsetzen. Er vernetzt Ehren- und Hauptamtliche in der Flüchtlingshilfe mit Vertreterinnen und Vertretern der Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Parteien, Kommunen, Kreisverwaltung und der Kirchen. Er wurde von über 30 Jahren gegründet und die Akteure treffen sich drei- bis viermal jährlich, sowohl in Präsenz als auch digital.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche in Hofheim am Taunus (14. – 22.09.2024) unter der dem bundesweiten Motto „Neue Räume".